Project VELAIA

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Ein neuer Tag in Bolivien

“La Paz, wo bist du geblieben?” … so oder so ähnlich hätten wir am Morgen singen können, denn weg war sie, die Millionen Metropole. Untergetaucht gewissermaßen unter einen Teppich samtweicher Wolken.

cycling on clouds

Über den Wolken

Trotz des Erstaunens über das plötzliche Verschwinden von La Paz kullerten wir nicht einfach von der Strecke, wie es dem folgenden Genossen en route passiert ist. Die gelben Männlein sind übrigens Straßenarbeiter, die dem verdutzten LKW-Fahrer beim Abfüllen des restlichen Treibstoffes helfen. Könnte ja geklaut werden.

Nebenbei eine an uns gerichtete Frage: “Habt ihr Wasser?”. Wir überlegen kurz, wofür die Männer wohl Wasser brauchen könnten und kommen zum Entschluss, dass es wohl nicht für den Eigenkonsum ist. Zudem neigen sich unsere Reserven der Erschöpfung; in nicht allzu christlicher Manier teilen wir also diesmal nicht.

yet another truck accident

Neben der Straße

Unsere ständigen Begleiter auf der Hochebene: Lamas. Dies sind die domestizierten Tierchen, die nicht gleich abhauen, wenn man sie mal schief anguckt. Nach uns gespuckt haben sie übrigens nicht, zum Glück.

first contact

Vorbei an den Lamas

Jetzt die Herausforderung des Tages: Geradeaus, schnurstracks geradeaus. Zig Kilometer weit immer geradeaus. Kurven waren bei dieser Etappe Mangelware und sehnsuchtsvoll ersehnten wir uns eine jede schon Kilometer vorher herbei.

altiplano trail 2

Ewig lang gerade aus im Hochland Boliviens

Die Schotterpiste oder pista de grava compactada, wie man auf Spanisch sagen würde, war technisch äußerst anspruchsvoll zu fahren. Selbst mit den breiten 2 Zoll Schlappen, die aufgezogen waren, “schwammen” die Räder manchmal geradezu im Schotter und Sand.

“Hinter dem nächsten Hügel wird es bestimmt besser”, sprachen wir uns Mut zu. “Jetzt aber wirklich hinter dem nächsten, garantiert!” Und wieder nicht. Dazu noch ein Platten am Hinterreifen des Mountainbikes.

long way ahead

Kleiner schwarzer Punkt = Elmar eine Minute voraus

Gegen Abend endlich Besserung. Zwar immer noch schnurgerade Strecke, doch wenigstens ein paar Wolken, ein bisschen Abwechslung wettermäßig. Weiter radeln wir mehr schlecht als recht durch Schotter oder auf engen Pfaden neben diesen. Radfahrer aus der Region haben diese Alternative erschaffen auf dem Weg ins nächste Dorf, zur Arbeit, zum Markt (mercado) oder zur escuela, Schule zu Deutsch.

Wir genießen diese Radwege, erstellt von Radfahrern für Radfahrer. Ein Hochgefühl diese mit 20 km/h entlangzuflitzen, scharfe Kurve links um einen Busch, dann gleich wieder Ausweichmaneuver nach rechts um einem Sandfeld auszuweichen. Action, hurra!

easy rider
Einsame Schotterpisten

Kampiert wird diese Nacht 200 m entfernt von der eh schon wenigst befahrenen Hauptverbindungsroute der Region, die in Deutschland locker als größtes Bundesland durchgehn würde … flächenmäßig.

P.S. Der erste Teil der Route im Karten-Feld unten ist hoch aufgelöst. Hier ist wirklich jeder Kuhstall zu sehen. Bei der Auflösung macht das Nachverfolgen der Route bei Google Maps richtig Spaß.


2 Responses to “Ein neuer Tag in Bolivien”


  1. 1 Ron Richings, Vancouver, BC, Canada

    Daniel

    Can you send me your email address?

    I would like to use a photo that you took of a velomobile, in MOMENTUM magazine ( http://www.momentumplanet.ca ) and wanted to check that it is ok with you.

    Please email me at richings@telus.net

    Ron Richings
    Vancouver, BC, Canada

  2. 2 Daniel N. Lang

    @Ron: Ok, I got in touch. The Momentum Magazine seems to be a pretty cool thing, everyhting human powered!

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